LIBRETTO
KUMIKO OGAWA-MÜLLER
MITWIRKENDE
AIKO BORMANN – SOPRAN,
KAISERIN ADELHEID / PRINZESSIN KAGUYA
REINHARD HOFFMANN –
KARL D. GROSSE / ZIEHVATER VON KAGUYA
CHRISTINA NOLTE – KÖNIGIN MATHILDE
STEFAN MÖRKE – OTTO DER GROSSE
ILYA STROH – JAPANISCHER KAISER
RITSUKO TAKEYAMA – KOTO
YUKINOBU ISHIKAWA – PERCUSSION
LUCAS HUBER SIERRA – KLAVIER
ELLA WARKENTIN – TANZ
KAMMERCHOR AN ST. MARGARETA WADERSLOH
ENSEMBLE MUSICA NOEMA ST. PETERSBURG
LEITUNG: ELENA POTTHAST- BORISOVETS

KLASSISCHES BALLETT & BREAKDANCE
KOMPOSITIONEN VON
CHRISTOPH OGAWA-MÜLLER – OUVERTÜRE
TADAO SAWAI
TOMOYA NAKAI
JOH. SEB. BACH
ROBERT SCHUMANN
ANTON SKRIJABIN
UVM.
KARTENVORVERKAUF
info@kunstlanschaften-enger.de
oder Kontaktformular
Tel.: 05224 – 4148
– Enger, Rübenkamp 2, 32130 Enger
– Liesborn, Gemeindebüro, Abteiring 18
– Wadersloh, Pfarrbüro, Wilhelmstraße 1
STIFTSKIRCHE ENGER
Stiftskirche Enger
Kirchplatz 1
32130 Enger
Hier zum Sitzplan
Sa., 21. Februar / 19 Uhr
PREISE:
PK1 – 25 € / PK2 – 20 € /
PK3 – 15 € (Nur Abendkasse)
Di., 24. Februar / 19 Uhr
PREISE:
PK1 – 25 € / PK2 – 20 € /
PK3 – 15 € (Nur Abendkasse)
KLOSTERHOF LIESBORN – SAAL
Klosterhof Liesborn – Saal
Abteiring 19
59329 Liesborn
Hier zum Sitzplan (Stand: 20.02.2026-2)
So., 22. Februar / 17 Uhr
PREISE: PK1 – 25 € / PK2 – 20 €
JAPANISCH-DEUTSCHES ZENTRUM BERLIN
Saargemünder Str. 2
14195 Berlin
Do., 05. März um 18 Uhr
EINTRITT FREI – SPENDE ERBETEN
Hier zur Platzreservierung
DATENSCHUTZHINWEIS
Während der Veranstaltung werden Fotos und Filme zu Zwecken der Öffentlichkeitsarbeit gemacht.
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MEDIENPRODUKTE ZUR VERANSTALTUNG



TANZDRAMA
Bewegte Geschichte
Karl der Große – Widukind
Mathilde. Otto der Große. Kaguya
1. ENTSTEHUNG DES TANZDRAMAS
Es waren zwei Impulse, die zu diesem vielschichtigen, spartenübergreifenden Werk führten:
Die Eröffnung der Jahrestagung des Verbandes Deutsch-Japanischer Gesellschaften (VDJG) 2023 im Kaisersaal des Rathauses der Hansestadt Hamburg stand unter dem bedrängenden Eindruck des von Russland gegen die Ukraine begonnenen Krieges. Im Zuge eines Gesprächs zwischen dem Präsidenten des VDJG, Dr. Volker Stanzel, und Christoph Ogawa-Müller, Vorstandsmitglied der Deutsch-Japanischen Gesellschaft Bielefeld, wurde deutlich, dass dem rein politisch fokussierten Diskurs zur Weltlage eine dezidiert interkulturell ausgerichtete Initiative hinzuzufügen sei.
Dr. Stanzel war früher Deutscher Botschafter in China und Japan sowie Politischer Direktor des Deutschen Außenministeriums. Christoph Ogawa-Müller ist Initiator und Leiter des Projektes PhonArt – Dialog der Kulturen.
Ebenfalls im Jahr 2023 schuf die Organistin und Kulturschaffende Kumiko Ogawa-Müller das Musikalische Drama Mathilde. Königin zur Aufführung an der Stiftskirche Enger anlässlich des Stadtjubiläums 1000+75 Jahre Widukindstadt Enger.
Die mittelalterliche Königin Mathilde, Nachfahrin Widukinds, Ehefrau des ostfränkischen Königs Heinrich I. – gen. Der Vogler – und Mutter Kaiser Ottos des Großen, gründete als Königinwitwe an ihrem Geburtsort Enger ein Kollegiatstift. Gemäß zeitnahen Quellen zeichnete sie sich durch „Mildtätigkeit“ – eindrucksvolles karitatives Wirken, als weise Ratgeberin ihres Ehemannes König Heinrich und tief prägendes Vorbild für ihren Sohn, Otto den Großen, aus. Von ihm wird im Blick auf seine Mutter überliefert:
„Ich weiß wohl, was ich bin, verdanke ich Euch.“
Otto I., ab 962 römisch-deutscher Kaiser, war Gründer des Heiligen Römischen Reiches – Sanctum Imperium Romanum, das bis 1806 Bestand hatte. Die Legitimation seiner Regentschaftschaft bezieht er auf Sprüche Salomos/Proverbia, Kapitel 8: Hier erscheint die Gratia Dei – Gnade oder auch Güte Gottes – in jüdisch-hellenistischer Tradition als Urgrund des Mandates königlicher Regentschaft.
Die Autorin des Mathilde-Dramas, Kumiko Ogawa-Müller wurde in Tokio geboren und wuchs dort in einer christlichen Kirchengemeinde auf. Nach einem Orgelstudium an der renommierten Gedai-Hochschule für Musik und Kunst in Tokio erhielt sie ein Stipendium für die der Hochschule der Kirchenmusik in Herford. Daran schloss sich 1977 die Tätigkeit als Organistin der Stiftskirche Enger an.
Anlässlich des 80. Jahrestages zur Gründung der Vereinten Nationen erweitert Kumiko Ogawa-Müller mit dem TanzDrama Bewegte Geschichte den Mathilde-Kontext.
2. INHALT UND MEDIEN DES TANZDRAMAS
In den Sprech- und Tanzrollen treten Personen der faktischen Historie wie auch einer zeitlos mythischen Welt auf. In dem, was sie durch Worte, Bewegungen und Klänge bekunden, erreichen und durchdringen sie Geist und Empfindung. Die Bühne führt in die ganz eigene Welt gespiegelter Wirklichkeit und schwebender Möglichkeit. Betrachten wir ihre Medien:
Handlung – Texte
Die Szene wird durch Karl den Großen eröffnet. Er ist zu harten Auseinandersetzungen mit sarazenischen Widersachern der Christenheit genötigt und sieht sich als Erbe des spätantiken, christlichen Imperium Romanum. Als Repräsentant des Sakralkönigtums ist er dem Schutz des rechten Glaubens verpflichtet.
Mit Mathilde tritt im beginnenden christlichen Europa erstmals eine geschichtsbestimmende Frau auf. Komplementär und zugleich kontrastierend rückt sie beispielgebend die christlichen Werte von Empathie und Fürsorge ins Zentrum ihres Wirkens.
Im TanzDrama findet sich Mathilde in ihrem Stift, in einer fernen, traumhaften Welt wieder: Jener der japanischen Prinzessin Kaguya. Ihr Erscheinen bewegt auf bezaubernde Weise – über Grenzen von Raum und Zeit hinweg.
Mit der Verknüpfung westlicher Historie und fernöstlicher Weisheitstradition gewinnen die Werte Güte, Wahrheit und Friede schrankenlose Präsenz. Szenisch erlebt, stiften sie in einer beschleunigt globalisierten Welt Weitsicht, Zuversicht und Hoffnung.
Musik
Die Musik gilt als Medium des Gefühls: Trauer – Freude, Dunkel – Hell, ein Refugium abseits der Wirklichkeit. – Seit der griechischen Antike wird jedoch ebenso auch ein Wirklichkeitsbezug von Musik konstituiert. Pythagoras verweist auf die exakten Ver-hältnisse von Tonhöhe und die Stimmigkeit sowie deren Proportionen im Zusammenklang, der Harmonik.
Musik entsteht in und aus Wirklichkeit. In allen Kulturen wirkt sie als Teil des Kosmos. Stets neu entwickelt sie für den Menschen ihren Ursprung im ersten Laut eines Kindes.
Die Kompositionen des TanzDramas in den vokalen und instrumentalen Bereichs entstammen unterschiedlichen Kulturen und Epochen.
Die von Christoph Ogawa-Müller (Stimme, Euphonium und Trompete) und Yukinobo Ishikawa (Percussion-Instrumente) entwickelte Ouvertüre bildet eine Brücke zwischen der europäischen und fernöstlichen Klangtradition mit weiteren Anklängen.
Thematisch bilden dabei drei bekannte Lieder – zwei aus Deutschland – eine aus Japan – die Leitmotive der Ouvertüre: Die deutschen Choräle Du meine Seele singe – nach Psalm 146 sowie Aus tiefer Not ruf ich zu dir – nach Psalm 130. Das für die gesamte japanische Tradition repräsentative Lied Sakura – Kirschblüte steht für die dem Menschen zu Schutz und Pflege anempfohlene Schöpfung. – Es findet derzeit nahezu weltweit eine eindrucksvolle Verbreitung.
Bewegung – Tanz
Am Anfang der Schöpfung steht in christlicher Tradition das schöpferischbildende Handeln Gottes: Daraus erwächst Gestalt in Raum und Zeit. Gestalt unterliegt Werden und Vergehen, bewegt durch die verborgene Kraft der Kinesis (griech.- κίνησις) im heutigen Sprachgebrauch Kinetik. Verwandt im interkuturellen Dialog Hierzu ist der japanische Bewegungsbegriff Ugoki (動き) Der Mensch ist ein von Geist und Seele bewegtes Körperwesen. Der Tanz ist eine ausgezeichnete Form, in der diese Trias zusammenwirkt. Beim Bühnentanz geht es um darstellende Kommuni-kation – in einer Vielzahl von Varianten.
Bei unserem Werk reichen diese vom klassischen Ballett über Formen des europäischhöfischen zum byzantinischen Tanz, dann auch zu eigens für dieses Werk choreografierte Abwandlungen des japanischen Erzähltanzes. Als körperlicher Bezugsausdruck alternativer Gegenwartskultur kommt der Breakdance hinzu.
Bühnenbild
Das Bühnenbild eines Dramas, insbesondere eines TanzDramas, fügt sich nicht in den ständigen Fluss des Agierens auf der Bühne, es zeigt Wirklichkeit kontrastierend vergegenständlicht zum Bild, zur Kulisse – wörtlich: Schiebewand. In der traditionellen Ästhetik ist das Bild Abbild von bestehenden Gegenständen zur Bewahrung vor raschem Verfall, als Ikonisierung oder Idealisierung von Gegen-ständen, oder thematischen Zusammenhänge. In der Moderne kamen bildnerisch abstrahierte Formen von Empfindungen und anderes mehr hinzu.
Die digital projizierten Bühnenbilder zeigen sehr unterschiedliche Kunstwerke, die, von der Werkautorin aus Bestehendem ausgewählt oder aktuell in Auftrag gegeben wurden.
Signifikant für die Ästhetik Japans ist die Fokussierung auf die Natur, in besonderer Weise auf kurzlebige, witterungsgefährdete Objekte wie die Kirschblüte: Durch die Malerei erhält sie Beständigkeit – eine relative, entsprechend dem menschlichen Dasein.
In traditionellen Bildnissen ist die europäische oder fernöstliche Zugehörigkeit der ildnisse ganz unmittelbar erkennbar. Bei solchen der Moderne nicht: Durch die Bauhausbewegung fand die Form organischer Abstrahierung eine nachhaltige Resonanz in der westlichen Welt.
3. AUFFÜHRUNGSORTE
Stiftskirche Enger
Sie gilt als Grablege des Sachsenherzoges Widukind. Kunsthistorische bedeutsame Veränderungen erfuhr die Kirche im zehnten Jahrhundert als Zentrum des von Königin Mathilde gegründeten Kollegiatstiftes.
Heute ist die Kirche Gottesdienstraum der Evangelischen Kirchengemeinde. Ebenso entstand in Korrespondenz dazu während der vergangenen fünf Jahrzehnten ein umfassendes kulturelles Leben mit interkulturellem Akzent.
Abtei Liesborn
Das Damenstift Liesborn wurde zur Zeit der fränkischen Sachsenmission gegründet. Seit etlichen Jahrhunderten (bekundet durch Quellen um 1338) besteht in der Volkstradition die Überlieferung der Gründung durch Karl den Großen. – Dies belegt sehr deutlich eine Verehrung des bedeutenden Herrschers im frühen Osten des Frankenreiches. Als urkundlich gestützt können die Adligen Boso und Bardo im 9. Jahrhundert gelten.
In unserem Zusammenhang besteht eine bemerkenswerte, zunehmend vitale Tradition von Geschichtsbewusstsein im münsterländischen Liesborn in Nachbarschaft zum ostwestfälischen Enger. In beiden Orten wurden in den vergangenen Jahrzehnten staatliche Museen mit Bezug zu den geschichtsträchtigen kirchlichen Stätten errichtet.
Mit jeweils eigenem Profil ziehen sie ein weitreichendes Publikum an: Das Museum Abtei Liesborn sowie das Widukindmuseum Enger.
Japanisch-Deutsches Zentrum Berlin
Das Japanisch Deutsche Zentrum Berlin ist eine Institution in der Trägerschaft der Staaten Deutschland sowie des Landes Berlin. Mit dieser Einrichtung wird die Kooperation in den Bereichen Wirtschaft, Kultur und Politik gefördert.
Im Rahmen der Partnerschaftstagung der Verbände Deutsch-Japanischer Gesellschaften (VDJG) und Japanisch-Deutscher Gesellschaften (VDJDG) im Oktober 2024 hatten Kumiko und Christoph Ogawa-Müller im Japanisch-Deutschen Zentrum die kulturprogrammatische Schlussveranstaltung durchgeführt .

Skulptur der Königin Mathilde
4. GESTALTUNG UND AUFFÜHRUNG
Libretto
Kumiko Ogawa-Müller
Bildwerke (Bühnenbild)
Yumi Gaede, Eberhard Hellinge, Keiko Mathuis, Kumiko Ogawa-Müller, Yulika Ogawa-Müller, Mio Suzuki
Kompositionen von
Keio Abe, Johann SebastianBach, Gaetano Donizetti, Ola Gjeilo, Pawel G. Tschesnokow, Toshi Ichiyanagi, Pascal Martiné, Felix Mendelssohn-Bartholdy, Tomoya Nakai, Yuko Nomura, Christoph Ogawa-Müller, Arvo Pärt, Doru Popovici, Tadao Sawai
Der von Christoph Ogawa-Müller mit Yukinobo Ishikawa entwickelte Ouvertüre für Stimme, Eupho-nium, Trompete und Percussion-Instrumente liegen drei bekannte Lieder zugrunde: Die deutschen Kirchenlieder Du meine Seele singe – nach Psalm 146 – sowie Aus tiefer Not ruf ich zu dir – nach Psalm 130 und das für Japan repräsentative Lied Sakura (Kirschblüte). Dieses Lied steht für die dem Menschen zu Schutz und Pflege anempfohlene Schöpfung. Die Percussion-Instrumete bilden eine Brücke zwischen der europäischen und fernöstlichen Klangtradition.
ANKÜNDIGUNG DURCH DIE
DEUTSCH-JAPANISCHE GESELLSCHAFT BERLIN
Was verbindet eine japanische Legende aus dem neunten Jahrhundert mit den Anfängen der deutschen Geschichte? Kann man Legende und Historisches zusammenbringen und mit den Mitteln Tanz, Musik und Gesang lebendig machen? Kumiko und Christoph Ogawa-Müller ist das gelungen. Ihr Tanzdrama hat den sprechenden Titel „Bewegte Geschichte“. Darin fehlt nicht das Traumhafte, das dem Märchen Entnommene, und doch hat es unmittelbare Relevanz für die Gegenwart.
Die seit Jahrzehnten an der Stiftskirche Enger wirkende Organistin und Künstlerin Kumiko Ogawa-Müller hat dieses Werk zum 80. Jahrestag der Vereinten Nationen geschaffen. In ihm wird durch das Zusammenwirken von Musik, Sprache, Bewegung und Bild ein Dialog zweier Kulturen erlebbar.

als Prinzessin Kaguya